Das Evangelium las oder sang ein Priester damals vor dem Konzil noch lateinisch, und danach las es mit seiner hellen, lauten Knabenstimme ohne Mikrofon in Leoben-Waasen der Ministrant Franz Adolf Egger auf Deutsch vor. Seit 1945 wirkte er in Leobener Pfarren und seit 1974 in St. Peter-Freienstein aktiv mit. Am 29. Jänner feiert er seinen 90. Geburtstag. Als Lektor geht er auch heute noch fallweise zum Ambo, selbst mit zwei Krücken. Er hilft den Pfarren auch am Computer, das überlasse seine Frau Erika ihm, aber sonst mache sie in der Pfarre „alles, was Frauen dürfen“, berichtet der Jubilar.
Die Wallfahrtskirche Maria Freienstein ist Franz Adolf Egger, wie vielen Leobenern, besonders ans Herz gewachsen. Er bezahlte die Vergoldung des Strahlenkranzes am Dach, den Umbau der Glockenstube und die wohl 900 Kilo schwere neue Glocke. Die Pfarrkirche erhielt durch ihn einen barriere-freien Zugang. Der mit dem Ehrenring der Gemeinde Ausgezeichnete hat zwei Kinder sowie zwei Enkelkinder. Seit 1945 setzt sich der in Leoben geborene frühere Fahrdienstleiter und Bundesbahn-Aufsichtsbeamte in Pfarren ein, als Ministrant, Lektor, Pfarrgemeinderat, Mesner, Vorbeter, Sänger im Kirchenchor, Dekanatsrat und Wortgottesdienstleiter.
Ein schöner Abschluss der heurigen Dreikönigsaktion: Alle KönigInnen waren am 13. Jänner zum obersteirischen Sternsingertreffen in Knittelfeld eingeladen.
Gemeinsam mit Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl wurde in Knittelfeld zuerst ein Gottesdienst gefeiert. „Viele Menschen sehen sich nach Glück, nach dem Angenommensein, nach einem guten Leben. Für diese Menschen wart Ihr unterwegs. Ihr habt gezeigt, dass Gott mit uns ist. Dass wir keine Angst haben müssen. Dass wir immer Hoffnung haben auf eine gute Zukunft“, Bischof Wilhelm war voll des Dankes für die Sternsingerinnen und Sternsinger, „ein großes Vergelt’s Gott, dass ihr losgezogen seid und dass es auch heuer gelungen ist, viel Gutes zu tun“.
Nach der Feier wartete auf die Kinder ein buntes Programm mit Musik und Würsteljause.